Bei der Wahl des richtigen Außenputzes sind die charakteristischen Eigenschaften des Untergrundes von entscheidender Bedeutung. Dabei muss der Putz in seinen physikalischen Kennwerten wie Druckfestigkeit, Trockenrohdichte und Elastizitätsmodul auf den Untergrund abgestimmt sein. Leichtbeton-Mauerwerk stellt dabei einen besonders guten Putzgrund dar, da sich Putze dank der rauen, offenporigen Leichtbeton-Struktur mit diesem Untergrund innig verkrallen können.

Ein Außenputz muss immer mit mindestens zwei Putzlagen aufgebaut sein. Die erste Putzlage nennen wir Grundierung oder Unterputz. Hier verarbeiten wir Materialien der Firma Knauf Marmorit.

Der Unterputz wird aus einem faserarmierten Kalkzementmörtel, der mit Leichtzuschlägen wie Styropor oder Blähton zu einer besseren Wärmedämmung und Verarbeitung beiträgt, hergestellt.

Im Sockelbereich wird ein reiner Zementputz, oder auf dämmenden Mauerwerk ein spezieller Sockelputz,  verarbeitet. Kalkzementputze sind nicht resistent genug, um in diesem stark feuchtigkeitsbelastetem Bereich eingesetzt zu werden.
In den Leitlinien zum Verputzen von Mauerwerk und Beton (Die Bibel der Verputzer) Stand 2007 wird als Zwischenschicht eine ganzflächige Armierung als gesonderte Schicht bei verschiedenen Vorraussetzungen des Untergrundes empfohlen. Die Neuauflage aus dem Jahr 2015 rät dringend zu dieser Armierungsschicht bei hochdämmendem, einschaligen Mauerwerk. Die Rissempfindlichkeit durch Trocknen, Schwinden, große Fensterflächen, Flachdach- oder Pultdachbauten usw. hat sich stark erhöht und kann nur mit einer gesonderten Armierungsschicht eingedämmt werden.
Als Oberputz kommen mehrere Möglichkeiten mit verschiedenen Eigenschaften in Frage. Grundsätzlich muss da als erstes zwischen mineralisch und organisch gebundenen Oberputzen unterschieden werden.
Bei fast allen Oberputz kommen verschiedene Strukturen in Frage, die ebenfalls von den Firmen Knauf Marmorit, Weber-Broutin, Brillux oder Sto AG hergestellt und von uns verarbeitet werden.

Mineralischer Kratzputz als Oberputz

Kratzputz ist ein Kalkzementputz, der ca. 1,5 cm auf den ausgetrockneten Unterputz aufgetragen wird, und zur gegebenen Zeit mit Edelputzkratzern „gekratzt" wird. Durch dieses Kratzen springt das Korn heraus und so entsteht die unverwechselbare Struktur des Kratzputzes. Durch das Kratzen bleibt ein Teil des anfallenden Staubes auf der Oberfläche, der im Laufe der Jahre runterrieselt. Dieses hat den Vorteil, dass der Kratzputz sich jahrelang durch Bewitterung selber sauber hält und erst wesentlich später als dünnlagige Putze mit geschlossener Oberfläche überstrichen werden muss.

Kratzputz ist der einzige Oberputz, der so dick aufgetragen wird. Alle anderen Oberputze werden mehr oder weniger nur kornstark aufgetragen (2-4 mm).

Kratzputz kann in allen denkbaren Farbtönen bis Hellbezugswert 25 fertig eingemischt hergestellt werden.

Scheibenputz als Oberputz

Scheibenputz ist ein dünnlagiger Oberputz, der kornstark auf den ausgetrockneten Unterputz aufgetragen und mit einem Reibebrett strukturiert wird. Die Struktur erinnert an die des Kratzputzes, ist jedoch etwas unruhiger.
Die Farbe des Scheibenputzes ist weiß. Es besteht jedoch die Möglichkeit, einen Scheibenputz farblich eingefärbt zu beziehen.
Das Material kann ein kalkgebundener Putz sein, oder auch ein organisches Bindemittel enthalten. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien zeige und erkläre ich Ihnen gerne bei einem Termin an Ihrem Bauvorhaben oder in meiner Ausstellung in Zülpich.
Alle dünnlagigen Oberputze erhalten zum Abschluss einen Egalisationsanstrich zum Schutz vor zu schneller Verschmutzung.

Sockelputz

Als Oberputz im Sockelbereich kann man ebenfalls mehrere Putze empfehlen. Einen organisch gebundenen Buntsteinputz, der in den verschiedensten Farbtönen hergestellt wird, ist sehr widerstandsfähig und haltbar.
Alternativ kann auch ein organisch gebundener feiner Scheibenputz, in jeder erdenklichen Farbe eingemischt, als Sockeloberputz verwendet werden.
Von einem gefilztem Kalk-Zement-Sockelputz rate ich Ihnen ab, da zum einen der Putz sehr rissanfällig ist, zum anderen wie oben schon beschrieben, Kalk im Sockelbereich nichts zu suchen hat, da Feuchtigkeit eindringen und Schäden verursachen kann.